Noch eine Woche

Hey ihr Lieben,

Ich habe lange nichts geschrieben und viel ist passiert – Sowohl Gutes als auch Schlechtes.

Erst einmal war ich am 10 -11.6 auf dem Vorbereitungstreffen. Ehrlich gesagt war das ziemlich anstrengend und ich habe nicht wirklich etwas Neues erfahren, aber im Endeffekt hat es sich trotzdem sehr gelohnt, weil man viele, tolle Leute kennenlernt und ich jetzt schon mit einem sichereren Gefühl fliegen kann. Wir haben zwei Workshops zur Kultur und zur Gastfamilie/ Schule gemacht, ein Spiel gespielt und Rollenspiele erarbeitet. Am zweiten Tag, dem Sonntag, haben wir dann zusammen mit unseren Eltern einem langen und informationsgeladenen Vortrag zugehört.

Dann war ich mit meiner Klasse in Spanien. Eine wirklich schöne Abschiedsfahrt, auf der mir allerdings klar geworden ist, wie schwer es mir fallen wird, mich von allen zu verabschieden…

Als nächstes stand der Besuch in der Botschaft an. Vorher hatte ich zusammen mit meinen Eltern die Formulare ausgefüllt – ziemlich anstrengend und einem werden so einige doofe Fragen gestellt. Am 7.7 war es dann soweit. Ich hatte mit ausschließlich englisch sprechenden Menschen, ewiger Warterei und einem ausführlichen Interview gerechnet. Falsch gedacht: Alle haben deutsch gesprochen, Fingerabdrücke wurden genommen und ich wurde zusammen mit ein paar anderen Austauschschülern an einen Schalter gerufen, an dem wir dann gefragt wurden, wo wir denn hinfliegen. Ich musste meine Papiere abgeben und sie haben meinen Reisepass dort behalten. Insgesammt war ich etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde dort. Dann konnte ich wieder gehen. Ein paar Tage später kam dann mein Reisepass mit dem eingeklebten Visum mit der Post bei mir zu Hause an. Nichts kann mich mehr stoppen… dachte ich…

Ich war wirklich happy mit allem drum und dran. Aber dann, genau drei Wochen vor dem Abflug, es war mein letzter Schultag und ich hatte mich gerade von ganz vielen meiner Freunde verabscheidet, erreicht mich die Nachricht von meiner italienischen Gastschwester, dass meine Gastfamilie uns doch nicht aufnehmen kann. Zuerst habe ich nichts realisiert. Ich habe sofort zum Hörer gegriffen und bei Ayusa angerufen. Da wusste niemand etwas. Mir wurde gesagt ich soll mir erst mal keine Sorgen machen. Leichter gesagt, als getan. Meine Gastschwester hatte die Information von ihrer Organisation, deshalb war mir klar, dass es stimmt. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Alles war so perfekt. Ich hatte mich so unglaublich wohl gefühlt. Wir hatten schon so viele Pläne, ich liebe meine Schule in Maryland, weil sie eichfach so anders ist als meine hier. Ich verstehe mich perfekt mit meiner Gastschwester, habe mich so auf die Hunde gefreut. Ein paar Stunden später hat Ayusa angerufen und nur bestätigt was ich schon wusste. Meine Gastfamilie kann mich wegen gesundheitlicher Probleme nicht aufnehmen. Mir wurde gesagt, dass versucht wird eine Gastfamilie weiterhin in Maryland an meiner Schule zu finden. Mir blieb nichts anderes übrig als zu warten. Einigermaßen schnell hatte ich mich mit der Situation abgefunden, habe angefangen das geute darin zu sehen. Wäre das Ganze erst in 5 Monaten passiert, wäre es noch viel, viel schlimmer gewesen. Meine Gastschwester und ich bleiben in Kontakt, versuchen alles, um uns irgendwann zu sehen. Ich bin dann mit meiner Familie in den Urlaub gefahren. Bis jetzt habe ich nichts mehr von meiner Gastfamilie gehört, aber das ist ok. Ich weiß nicht was bei denen gerade alles passiert und kann nur hoffen, dass es meiner Gastmama bald wieder besser geht. Zwei Tage vor meinem Abflug bin ich dann wieder nach Hause gekommen, ohne Gastfamilie. Es hieß ich kann die Familie soger noch Dienstag bekommen, um dann Mittwoch zu fliegen. Ich habe aber nicht mehr damit gerechnet. Meine Gastschwester hat ihre neue Familie kurz vorher bekommen und ist tatsächlich am 10.8 geflugen.

Gestern habe ich dann endlich meine neue Gastfamilie bekommen! Ich werde in Georgia leben. Ich habe zwei keine Gastgeschwister, die 2 und 6 Jahre alt sind. Die Familie hat fünf kleine Hunde. Ich habe schon Kontakt aufgenommen und sie sind wirklich nett und sympatisch. Auch meine neue Schule ist toll, so typisch amerikanisch. Leider hat sie jetzt schon begonnen, aber das ist dann halt so. Und obwohl ich immer noch an Maryland denke, freue ich mich wirklich auf die Zeit dort.

Für mich geht es jetzt eine Woche später als geplant, an 17.08.2016 los.

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